Interessenvertreter fordern Umdenken der Politik!

26.10.2016
Presseaussendung der Allianz Zukunft Winter

Zum Start in die neue Saison gab es erfreuliche Entscheidungen was die Zukunft von Wintersportwochen betrifft. Bei der Konferenz der Landeshauptleute unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer haben die Landesregierungschefs einstimmig einen Beschluss gefasst und ein diesbezügliches Ersuchen an die Bundesregierung formuliert: „Rahmenbedingung, vor allem was die Unterstützung der für Wintersportwochen wichtigen Lehrer/innen betrifft“ zu verbessern. (Siehe dazu den Beschluss an die Mitglieder der Bundesregierung in der Anlage.)

Erst vor wenigen Tagen haben die Präsidenten der Seilbahnverbände Deutschland, Österreich und der Schweiz bei ihrer DACH-Tagung in Innsbruck zu diesem wichtigen Thema eine gemeinsame Resolution verabschiedet, mit dem Ziel den Wintersportnachwuchs von morgen zu fördern und die SchülerInnen mindestens einmal während der Schulzeit eine Woche auf die Piste zu bringen „Dafür“, so Obmann Franz Hörl, Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, „brauchen wir dringend politische Unterstützung!“ Der Wintersport hat in Österreich eine enorme wirtschaftliche Bedeutung und die heimischen Seilbahnunternehmungen bemühen sich seit Jahren intensiv um Kinder und Jugendliche. Allen, die sich mit dem Thema „Skinachwuchs“ in unserer Skination beschäftigen, aber auch allen Verantwortlichen in den angrenzenden Alpenländern ist klar, dass die Schule die erste Möglichkeit ist, Schüler/innen bei Wintersportwochen mit Schnee in Berührung zu bringen und dadurch Lust zu bekommen, mit dem Skifahren zu beginnen. Wintersportwochen in Österreich haben eine lange Tradition, sie dienen als Schulveranstaltung sowohl der Vermittlung von Grundkenntnissen in Schneesportarten aber vor allem auch als erzieherischen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler. Die positiven Auswirkungen von Wintersportwochen sind durch wissenschaftliche Studien belegt. Unter anderem fühlen sich die Jugendlichen am Ende der Wintersportwoche den schulischen Anforderungen besser gewachsen und bewerten ihre soziale Eingebundenheit nach der Wintersportwoche höher als davor. Schneesport ermöglicht, dass Jugendliche die Natur in all ihren Facetten erleben, Sport aktiv ausüben; er dient somit auch der Stärkung der körperlichen Gesundheit.

Dass diese Möglichkeiten geboten werden, dafür sind Lehrer und Lehrerinnen notwendig, die sich um die Organisation und Begleitung der Schüler/innen engagieren.

Um diese Zielgruppe zu motivieren und ihren Einsatz wertzuschätzen, hat die Österreichische Skiindustrie in Absprache mit dem Sportfachhandel eine Aktion für den kommenden Winter geplant, den Lehrer/innen, die sich für Wintersportwochen engagieren, einen 40%igen Rabatt auf Ski- und Schuhausrüstung anzubieten. „Alle, die in diesem Zusammenhang von unnötigen Privilegien oder Bestechungsversuchen ausgehen, sollten wissen, dass Lehrer auf Wintersportwochen ihr eigenes Material benutzen und dafür von der Schule keine Entschädigung bekommen, also quasi das eigene Budget und nicht das Schulbudget belasten.“, betont Franz Föttinger (Fischer) als Sprecher der Österreichischen Ski- und Schuhmarken.

Nachdem es im vergangenen Winter zu einem Ermittlungsverfahren der Antikorruptionsbehörde in Sachen „Gratisliftkarten“ gekommen ist, letztlich aber die "Beschuldigten“, Seilbahnenobmann KR Ferdinand Eder und Franz Schenner (Netzwerk Winter), von jeder Schuld freigesprochen wurden, haben wir die bereits vorbereitete und mit dem Ministerium abgesprochene Aktion zur verbindlichen Freigabe übermittelt. Eine interne Revision des Rechnungshofes in dieser Angelegenheit war noch nicht abgeschlossen. Letzte Woche dann der „absolute Tiefschlag“: Die interne Revision untersagt Lehrer/innen, dieses Angebot anzunehmen, andernfalls würden sie gegen das Dienstrecht verstoßen!!!

Diese in unserer Einschätzung negative Entscheidung macht es uns noch schwieriger Lehrer für Wintersportwochen zu begeistern. Wir brauchen politischen Rückhalt um dieses Problemfeld und weitere strittige Punkte und Rahmenbedingungen dringend zu korrigieren:

  1. Der Bedarf an Aus- und Fortbildungen von Wintersportbegleitlehrerinnen ist abzudecken. Das Unterrichtsresort ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Qualifizierung von LehrerInnen in einem Ausmaß sicherstellt, das qualitätsvolle Schulveranstaltungen in ausreichender Zahl gewährleistet.
  2. Aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Regelungen müssen LehrerInnen, die im Rahmen der Teilnahme an einer Wintersportwoche Überstunden leisten, finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Eine angemessene Entlohnung der Lehrer ist sicherzustellen und die Besoldung ist den tatsächlichen Leistungen anzupassen!
  3. Abrechnungsmodalitäten sind zu vereinfachen und in die autonome Verantwortung der Schulen zu legen.
  4. Vertragssituation für außerschulische Personen ist zu regeln. Studenten und andere außerschulische Begleitpersonen müssen leistungsgerecht entlohnt werden.

Wenn der Skisport in Österreich Zukunft haben soll, muss sich einiges ändern .Wir, die vom Wintersport abhängigen Unternehmen mit all ihren Beschäftigten und einer Wertschöpfung von jährlich über 7 Mrd. Euro, erwarten die Unterstützung und Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen um qualitative Schulskikurse in ausreichender Zahl gewährleisten zu können und Wintersportwochen attraktiv zu machen und damit zu forcieren.

Ski heil
Franz Schenner
Sprecher Allianz Zukunft Winter

 

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